Monthly Recaps

Monthly Recaps: Das war mein Januar 2026

01.02.26

/

8 min.

von

Lena Steinke

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Der Januar ist immer etwas zum Neuordnen und Ausrichten da. Nicht umsonst starten so viele Menschen mit neuen Vorsätzen in das Jahr. Dieser Monat fühlt sich oft wie eine neue Leinwand an, die bemalt werden darf. Ganz weiß und frisch. Genau so sah es hier den ganzen Januar über aus.

erlebt.

Am allerersten Januarwochenende machten wir einen Ausflug in die Fischbeker Heide. Es war wunderschönes Winterwetter. Der Himmel strahlend blau, die Sonne reflektierte sich im knöcheltiefen Schnee und ließ die Landschaft glitzern. Es war einfach ein perfekter Tag. Ich genoss diesen Nachmittag sehr, auch weil nur zwei Tage später eine Weisheitszahn-OP anstand und ich mich mental schon auf dicke Wangen und viel Zeit im Bett vorbereitete.

Mit verlorener Weisheit und vier Zähnen weniger hieß es für mich erst einmal ausruhen und abschwellen. Nach einer Woche sah es schon deutlich besser aus und mein Gesicht näherte sich wieder einem Normalzustand, sodass ich mich langsam wieder den schöneren Dingen widmen konnte. Gleichzeitig war ich froh, dieses große To-do direkt in der ersten Januarwoche abgehakt zu haben.

Da ich vorher nicht wusste, wie gut und schnell alles verheilen würde, legte ich mir bewusst keine Termine in den Januar. So konnte ich sehr entspannt und mit freiem Kopf durch den Monat schlittern. Ich schnitt zwei Van Vlogs, besorgte mit meiner Freundin Anja drei Hintergründe für mein Foto Home Studio, traf mich mit Freund*innen, ging ins Kino und auf einen Flohmarkt.

gelesen.

The City and Its Uncertain Walls von Haruki Murakami

The City and Its Uncertain Walls ist Murakamis neustes Buch und die englische Übersetzung wurde erst im Herbst 2025 veröffentlich. Tatsächlich basiert die Geschichte aber auf der Grundlage einer Kurzgeschichte, die er bereits in den 80ern schrieb.

Ich kann diesem Buch nicht wirklich ein klares Genre zuweisen. Es ist eine Mischung aus Fantasy und Gegenwartsliteratur und greift viele philosophische Fragen auf. Fantasy ist eigentlich nicht mein Genre, aber ich liebe die Melancholie in Murakamis Schreibstil. Dieses Leise, die bildhafte Sprache, die Details und das Finden von Schönheit in traurigen Geschichten. Trotzdem musste ich mich erst in die Geschichte hineinfinden. Die ersten Seiten las ich nur stückchenweise, die letzten zweihundert innerhalb eines Tages. Das beschreibt ganz gut, wie sehr mich die Geschichte vor allem im späteren Teil reingezogen hat.

Beschreiben ist gar nicht so einfach, da sie sehr ungewöhnlich ist. Im Kern geht es um einen Mann in seinen Vierzigern, der noch immer seiner Jugendliebe nachtrauert, nachdem sie eines Tages spurlos verschwunden ist. Gemeinsam hatten sie sich damals eine imaginäre Welt erschaffen. Eine Stadt mit unbestimmten Mauern, einen Turm mit einer Uhr ohne Zeiger. Eine Welt, in der man keinen Schatten trägt und Zeit keine Rolle spielt.

Die Geschichte bewegt sich zwischen zwei Parallelwelten und spielt mit Fragen nach Realität, Bewusstsein, Erinnerung und Identität. Es wirkt fast so, als würde Murakami mit diesem Buch auch sein eigenes Leben reflektieren.

gehört.

Hamnet Original Motion Picture Soundtrack von Max Richter

Ich bin Fan von Max Richter, habe ihn schon zweimal live erleben dürfen und höre seine Musik regelmäßig in Heavy Rotation. Aktuell besonders den Hamnet Soundtrack, der schon für sich genommen emotional genug ist, um mich tief zu berühren. Wenn mich die Musik allein schon so mitnimmt, wie soll das erst in Kombination mit visuell zerreißenden Bildern sein?

Ja. Noch schlimmer. Und damit direkt zur nächsten Rubrik…

gesehen.

Hamnet ein Film von Chloé Zhao

Ziemlich spontan entschieden Felix und ich uns am letzten Freitag des Monats, Kinotickets zu kaufen und Hamnet auf der großen Leinwand zu sehen. Wie schon geschrieben, hörte ich den Soundtrack bereits rauf und runter. Außerdem habe ich es in letzter Zeit öfter bereut, Filme nicht im Kino gesehen zu haben. Also kämpften wir uns durch die Kälte in den Kinosaal.

Ich weine leicht bei Filmen, aber dieser hat mich wirklich zerstört. Mehrmals saß ich da, blickte auf diese unglaublich schönen und gleichzeitig traurigen Bilder, mit einem Kloß im Hals und immer wässrigeren Augen. Zum Ende des Films tropften mir die Tränen nur so auf mein Hemd und ich war nicht die Einzige. Als der Abspann lief, stand niemand auf. Es war still. Vermutlich, weil sich alle erst einmal sortieren mussten, bevor sie aus der Dunkelheit ins beleuchtete Foyer traten.

Für mich einer der besten Filme, die ich seit Jahren gesehen habe. Ich liebe die Bilder, die Perspektiven, die Farben, die Geschichte und den Cast. Aber Jessie Buckley als Agnes stiehlt wirklich allen die Show. Absolute Empfehlung. Schaut den Film im Kino, solange er noch läuft.

geplant und gedacht.

Mit einem neuen Jahr setzt man sich oft auch neue Ziele und dieses Jahr stehen einige davon auf meiner Liste.

Letztes Jahr im Spätsommer habe ich meinen tollen Job aufgegeben, um wieder mehr zu reisen und mich in die Selbstständigkeit zu stürzen. Mit einem Van, der übrigens immer noch nicht fertig ist. Ich brauchte danach aber erst einmal Zeit, um mich selbst neu zu sortieren. Die vielen neuen Möglichkeiten und die neu gewonnene Freiheit haben mich teilweise überrumpelt. Zwar habe ich konstant an meiner beruflichen Zukunft gearbeitet und auch Projekte umgesetzt, aber gleichzeitig vieles hinterfragt.

War es der richtige Schritt? Hätte ich es früher wagen sollen, als Designer*innen und Fotograf*innen noch stärker gebucht wurden und sich nicht alles um KI drehte? Was mache ich, wenn mein Beruf eines Tages komplett von künstlicher Intelligenz ersetzt wird? Wie bleibe ich relevant in einem Markt, der sich täglich verändert? Wie kann ich all meine Bereiche miteinander verbinden und was, wenn das alles nicht so aufgeht, wie ich es mir vorstelle?

Fragen über Fragen. Habe ich schon erwähnt, dass ich Overthinkerin ersten Grades bin? Für solche großen Ziele brauche ich einen klaren Fahrplan. Dieses Jahr habe ich mir zusätzlich einen physischen Kalender zugelegt, in den ich feste Zeiten für To-dos eintrage und so ständig einen Überblick über meine Aufgaben habe. Nach einem Monat kann ich sagen, dass mir das sehr hilft und ich bereits einiges abhaken konnte. Wiederkehrende Aufgaben tracke ich dort ebenfalls. Zusätzlich nutze ich weiterhin einen digitalen Kalender und habe so auch unterwegs alle Termine im Blick. Zählbare Ziele halte ich in einer Notion-Liste fest.

Neben dem planen mit einem Kalender ist das Journal schreiben weiterhin fester Bestandteil meiner Tagesroutine. Damit habe ich letztes Jahr angefangen und schreibe nun seit vier Monaten täglich eine Doppelseite. Ich finde es ehrlich gesagt ganz lustig, dass ich damit inzwischen scheinbar sogar absolut im Trend liege.


Das bringt mich direkt zu ein paar Gedanken rund um den aktuellen Analog-Trend.

So gut ich es finde, dass sich viele wieder mehr Hobbys ohne Screens widmen, mehr lesen, stricken, malen oder handschriftlich schreiben, so skeptisch betrachte ich das damit verbundene Konsumverhalten. Ich sehe momentan sehr viele Videos, in denen es darum geht, Dinge zu kaufen, um analoger zu leben. Welche analoge Kamera man braucht, welches Journal, welche Bücher. Oder noch extremer: welches alte Klapphandy ersetzt das iPhone 17 Pro?

Dabei tauchen immer wieder die gleichen Produkte auf. Selten günstige.

Eine Olympus MJU ist schon seit Jahren kaum noch bezahlbar und die Filmpreise sind längst nicht mehr die der 90er. Dazu kommen Entwicklung und Scans. Den Zeiten, in denen man solche Kameras auf Flohmärkten für unter zehn Euro gefunden hat, trauere ich ein wenig hinterher, auch wenn ich selbst noch davon profitieren konnte. Analog fotografieren macht Spaß, ich liebe den Look, aber ich fotografiere inzwischen nur noch selten auf Film, weil es mir schlicht zu teuer geworden ist. Für den Anfang muss es keine gehypte Kamera sein. Vielleicht liegt bei Verwandten noch etwas im Keller, das sich über neue Nutzung freuen würde.

Genauso braucht man kein teures Paper Republic Journal mit Ledereinband, um Gedanken aufs Papier zu bringen. Ein Notizbuch, das man bereits besitzt, reicht völlig aus, um es einfach mal auszuprobieren. Es gibt auch viele gute und deutlich günstigere Alternativen. Ich nutze ein liniertes Notizbuch im A5-Format von Muji.

Auch bei Skizzenbüchern muss es nicht hochpreisig sein. Ich habe für mich zum Beispiel festgestellt, dass ich eher der Typ kleines Pocket Sketchbook bin und liebe die 9×14 cm Art Creation Skizzenbücher von Royal Talens. Sie kosten rund fünf Euro und ich würde sie tatsächlich Moleskine oder Leuchtturm vorziehen.

Ich finde es großartig, sich neuen Hobbys zu widmen und mehr Zeit ohne Screens und Dauerbeschallung verbringen zu wollen. Gleichzeitig kippt dieser Trend schnell in Konsum. Das Paradoxe daran ist, dass wir eigentlich analog leben möchten, unser analoges Leben aber online zur Schau stellen. Wären wir wirklich analog unterwegs, bräuchten wir weder die Olympus MJU noch das perfekte Journal. Und selbst mit Apps und Tools lässt sich ein iPhone heute problemlos in ein Dumbphone verwandeln. Das wäre aber vermutlich online nicht so cool und radikal vorzeigbar…

Ich ertappe mich selbst dabei, solche Videos zu schauen und plötzlich Dinge haben zu wollen, die ich eigentlich nicht brauche. Dann hilft es, kurz innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass man vieles bereits besitzt, es nicht zwingend braucht oder mit etwas Geduld auch gebraucht finden kann. Sowieso liebe ich es, sagen zu können „Hab ich gebraucht gekauft. Nur 2 €!“.

gescribbelt.

Ein Ziel für dieses Jahr ist es, wieder mehr kreativ zu experimentieren. Mehr mit Farben zu spielen, Skizzenbücher zu füllen und Dinge zu erschaffen, die nicht geteilt oder gezeigt werden müssen. Ich habe das Gefühl, in den letzten Jahren das einfache drauflos scribbeln ein wenig verlernt zu haben. Es schlich sich schnell Frustration ein, wenn etwas nicht perfekt aussah.

Dabei geht es eigentlich in Skizzenbüchern genau darum: ums einfach machen, sich auszuprobieren und Ideen auszuspucken. Wenn später etwas dabei ist, das man weiterverwenden kann, umso besser. Wenn nicht, hat man zumindest eine Idee aufs Papier gebracht, kann weiter darüber nachdenken oder sie als “grafisch nicht wertvoll” im mentalen Archiv ablegen.


gebaut.

Im Januar konnten wir unseren Sprinter von einem Van-Ausbauer abholen, der uns die Heckverbreiterung eingebaut hat. Diese haben wir nicht selbst eingesetzt, da wir nach dem Einbau unserer Fenster genug von dieser Karosserie Arbeit hatten und es lieber einem Profi überlassen wollten, der das deutlich schneller und besser hinbekommt.

Anschließend haben wir die Wandverkleidung neu gemacht, sodass wir tiefere Ausschnitte für Kopf und Füße haben. Felix kann nun ganz bequem über die komplette Bettbreite liegen. Es hat sich also wirklich gelohnt, diesen Schritt doch noch zu gehen. Die letzten Arbeiten haben wir leider nicht dokumentiert, weshalb ich keine Bilder zeigen kann. Dafür gibt es aber gleich zwei neue Van Ausbau Vlogs. Eines der Videos zeigt, wie wir die Wandverkleidung ursprünglich verbaut hatten.


Und damit ein fröhliches “Hallo Februar!”.

Lena

Der Januar ist immer etwas zum Neuordnen und Ausrichten da. Nicht umsonst starten so viele Menschen mit neuen Vorsätzen in das Jahr. Dieser Monat fühlt sich oft wie eine neue Leinwand an, die bemalt werden darf. Ganz weiß und frisch. Genau so sah es hier den ganzen Januar über aus.

erlebt.

Am allerersten Januarwochenende machten wir einen Ausflug in die Fischbeker Heide. Es war wunderschönes Winterwetter. Der Himmel strahlend blau, die Sonne reflektierte sich im knöcheltiefen Schnee und ließ die Landschaft glitzern. Es war einfach ein perfekter Tag. Ich genoss diesen Nachmittag sehr, auch weil nur zwei Tage später eine Weisheitszahn-OP anstand und ich mich mental schon auf dicke Wangen und viel Zeit im Bett vorbereitete.

Mit verlorener Weisheit und vier Zähnen weniger hieß es für mich erst einmal ausruhen und abschwellen. Nach einer Woche sah es schon deutlich besser aus und mein Gesicht näherte sich wieder einem Normalzustand, sodass ich mich langsam wieder den schöneren Dingen widmen konnte. Gleichzeitig war ich froh, dieses große To-do direkt in der ersten Januarwoche abgehakt zu haben.

Da ich vorher nicht wusste, wie gut und schnell alles verheilen würde, legte ich mir bewusst keine Termine in den Januar. So konnte ich sehr entspannt und mit freiem Kopf durch den Monat schlittern. Ich schnitt zwei Van Vlogs, besorgte mit meiner Freundin Anja drei Hintergründe für mein Foto Home Studio, traf mich mit Freund*innen, ging ins Kino und auf einen Flohmarkt.

gelesen.

The City and Its Uncertain Walls von Haruki Murakami

The City and Its Uncertain Walls ist Murakamis neustes Buch und die englische Übersetzung wurde erst im Herbst 2025 veröffentlich. Tatsächlich basiert die Geschichte aber auf der Grundlage einer Kurzgeschichte, die er bereits in den 80ern schrieb.

Ich kann diesem Buch nicht wirklich ein klares Genre zuweisen. Es ist eine Mischung aus Fantasy und Gegenwartsliteratur und greift viele philosophische Fragen auf. Fantasy ist eigentlich nicht mein Genre, aber ich liebe die Melancholie in Murakamis Schreibstil. Dieses Leise, die bildhafte Sprache, die Details und das Finden von Schönheit in traurigen Geschichten. Trotzdem musste ich mich erst in die Geschichte hineinfinden. Die ersten Seiten las ich nur stückchenweise, die letzten zweihundert innerhalb eines Tages. Das beschreibt ganz gut, wie sehr mich die Geschichte vor allem im späteren Teil reingezogen hat.

Beschreiben ist gar nicht so einfach, da sie sehr ungewöhnlich ist. Im Kern geht es um einen Mann in seinen Vierzigern, der noch immer seiner Jugendliebe nachtrauert, nachdem sie eines Tages spurlos verschwunden ist. Gemeinsam hatten sie sich damals eine imaginäre Welt erschaffen. Eine Stadt mit unbestimmten Mauern, einen Turm mit einer Uhr ohne Zeiger. Eine Welt, in der man keinen Schatten trägt und Zeit keine Rolle spielt.

Die Geschichte bewegt sich zwischen zwei Parallelwelten und spielt mit Fragen nach Realität, Bewusstsein, Erinnerung und Identität. Es wirkt fast so, als würde Murakami mit diesem Buch auch sein eigenes Leben reflektieren.

gehört.

Hamnet Original Motion Picture Soundtrack von Max Richter

Ich bin Fan von Max Richter, habe ihn schon zweimal live erleben dürfen und höre seine Musik regelmäßig in Heavy Rotation. Aktuell besonders den Hamnet Soundtrack, der schon für sich genommen emotional genug ist, um mich tief zu berühren. Wenn mich die Musik allein schon so mitnimmt, wie soll das erst in Kombination mit visuell zerreißenden Bildern sein?

Ja. Noch schlimmer. Und damit direkt zur nächsten Rubrik…

gesehen.

Hamnet ein Film von Chloé Zhao

Ziemlich spontan entschieden Felix und ich uns am letzten Freitag des Monats, Kinotickets zu kaufen und Hamnet auf der großen Leinwand zu sehen. Wie schon geschrieben, hörte ich den Soundtrack bereits rauf und runter. Außerdem habe ich es in letzter Zeit öfter bereut, Filme nicht im Kino gesehen zu haben. Also kämpften wir uns durch die Kälte in den Kinosaal.

Ich weine leicht bei Filmen, aber dieser hat mich wirklich zerstört. Mehrmals saß ich da, blickte auf diese unglaublich schönen und gleichzeitig traurigen Bilder, mit einem Kloß im Hals und immer wässrigeren Augen. Zum Ende des Films tropften mir die Tränen nur so auf mein Hemd und ich war nicht die Einzige. Als der Abspann lief, stand niemand auf. Es war still. Vermutlich, weil sich alle erst einmal sortieren mussten, bevor sie aus der Dunkelheit ins beleuchtete Foyer traten.

Für mich einer der besten Filme, die ich seit Jahren gesehen habe. Ich liebe die Bilder, die Perspektiven, die Farben, die Geschichte und den Cast. Aber Jessie Buckley als Agnes stiehlt wirklich allen die Show. Absolute Empfehlung. Schaut den Film im Kino, solange er noch läuft.

geplant und gedacht.

Mit einem neuen Jahr setzt man sich oft auch neue Ziele und dieses Jahr stehen einige davon auf meiner Liste.

Letztes Jahr im Spätsommer habe ich meinen tollen Job aufgegeben, um wieder mehr zu reisen und mich in die Selbstständigkeit zu stürzen. Mit einem Van, der übrigens immer noch nicht fertig ist. Ich brauchte danach aber erst einmal Zeit, um mich selbst neu zu sortieren. Die vielen neuen Möglichkeiten und die neu gewonnene Freiheit haben mich teilweise überrumpelt. Zwar habe ich konstant an meiner beruflichen Zukunft gearbeitet und auch Projekte umgesetzt, aber gleichzeitig vieles hinterfragt.

War es der richtige Schritt? Hätte ich es früher wagen sollen, als Designer*innen und Fotograf*innen noch stärker gebucht wurden und sich nicht alles um KI drehte? Was mache ich, wenn mein Beruf eines Tages komplett von künstlicher Intelligenz ersetzt wird? Wie bleibe ich relevant in einem Markt, der sich täglich verändert? Wie kann ich all meine Bereiche miteinander verbinden und was, wenn das alles nicht so aufgeht, wie ich es mir vorstelle?

Fragen über Fragen. Habe ich schon erwähnt, dass ich Overthinkerin ersten Grades bin? Für solche großen Ziele brauche ich einen klaren Fahrplan. Dieses Jahr habe ich mir zusätzlich einen physischen Kalender zugelegt, in den ich feste Zeiten für To-dos eintrage und so ständig einen Überblick über meine Aufgaben habe. Nach einem Monat kann ich sagen, dass mir das sehr hilft und ich bereits einiges abhaken konnte. Wiederkehrende Aufgaben tracke ich dort ebenfalls. Zusätzlich nutze ich weiterhin einen digitalen Kalender und habe so auch unterwegs alle Termine im Blick. Zählbare Ziele halte ich in einer Notion-Liste fest.

Neben dem planen mit einem Kalender ist das Journal schreiben weiterhin fester Bestandteil meiner Tagesroutine. Damit habe ich letztes Jahr angefangen und schreibe nun seit vier Monaten täglich eine Doppelseite. Ich finde es ehrlich gesagt ganz lustig, dass ich damit inzwischen scheinbar sogar absolut im Trend liege.


Das bringt mich direkt zu ein paar Gedanken rund um den aktuellen Analog-Trend.

So gut ich es finde, dass sich viele wieder mehr Hobbys ohne Screens widmen, mehr lesen, stricken, malen oder handschriftlich schreiben, so skeptisch betrachte ich das damit verbundene Konsumverhalten. Ich sehe momentan sehr viele Videos, in denen es darum geht, Dinge zu kaufen, um analoger zu leben. Welche analoge Kamera man braucht, welches Journal, welche Bücher. Oder noch extremer: welches alte Klapphandy ersetzt das iPhone 17 Pro?

Dabei tauchen immer wieder die gleichen Produkte auf. Selten günstige.

Eine Olympus MJU ist schon seit Jahren kaum noch bezahlbar und die Filmpreise sind längst nicht mehr die der 90er. Dazu kommen Entwicklung und Scans. Den Zeiten, in denen man solche Kameras auf Flohmärkten für unter zehn Euro gefunden hat, trauere ich ein wenig hinterher, auch wenn ich selbst noch davon profitieren konnte. Analog fotografieren macht Spaß, ich liebe den Look, aber ich fotografiere inzwischen nur noch selten auf Film, weil es mir schlicht zu teuer geworden ist. Für den Anfang muss es keine gehypte Kamera sein. Vielleicht liegt bei Verwandten noch etwas im Keller, das sich über neue Nutzung freuen würde.

Genauso braucht man kein teures Paper Republic Journal mit Ledereinband, um Gedanken aufs Papier zu bringen. Ein Notizbuch, das man bereits besitzt, reicht völlig aus, um es einfach mal auszuprobieren. Es gibt auch viele gute und deutlich günstigere Alternativen. Ich nutze ein liniertes Notizbuch im A5-Format von Muji.

Auch bei Skizzenbüchern muss es nicht hochpreisig sein. Ich habe für mich zum Beispiel festgestellt, dass ich eher der Typ kleines Pocket Sketchbook bin und liebe die 9×14 cm Art Creation Skizzenbücher von Royal Talens. Sie kosten rund fünf Euro und ich würde sie tatsächlich Moleskine oder Leuchtturm vorziehen.

Ich finde es großartig, sich neuen Hobbys zu widmen und mehr Zeit ohne Screens und Dauerbeschallung verbringen zu wollen. Gleichzeitig kippt dieser Trend schnell in Konsum. Das Paradoxe daran ist, dass wir eigentlich analog leben möchten, unser analoges Leben aber online zur Schau stellen. Wären wir wirklich analog unterwegs, bräuchten wir weder die Olympus MJU noch das perfekte Journal. Und selbst mit Apps und Tools lässt sich ein iPhone heute problemlos in ein Dumbphone verwandeln. Das wäre aber vermutlich online nicht so cool und radikal vorzeigbar…

Ich ertappe mich selbst dabei, solche Videos zu schauen und plötzlich Dinge haben zu wollen, die ich eigentlich nicht brauche. Dann hilft es, kurz innezuhalten und sich daran zu erinnern, dass man vieles bereits besitzt, es nicht zwingend braucht oder mit etwas Geduld auch gebraucht finden kann. Sowieso liebe ich es, sagen zu können „Hab ich gebraucht gekauft. Nur 2 €!“.

gescribbelt.

Ein Ziel für dieses Jahr ist es, wieder mehr kreativ zu experimentieren. Mehr mit Farben zu spielen, Skizzenbücher zu füllen und Dinge zu erschaffen, die nicht geteilt oder gezeigt werden müssen. Ich habe das Gefühl, in den letzten Jahren das einfache drauflos scribbeln ein wenig verlernt zu haben. Es schlich sich schnell Frustration ein, wenn etwas nicht perfekt aussah.

Dabei geht es eigentlich in Skizzenbüchern genau darum: ums einfach machen, sich auszuprobieren und Ideen auszuspucken. Wenn später etwas dabei ist, das man weiterverwenden kann, umso besser. Wenn nicht, hat man zumindest eine Idee aufs Papier gebracht, kann weiter darüber nachdenken oder sie als “grafisch nicht wertvoll” im mentalen Archiv ablegen.


gebaut.

Im Januar konnten wir unseren Sprinter von einem Van-Ausbauer abholen, der uns die Heckverbreiterung eingebaut hat. Diese haben wir nicht selbst eingesetzt, da wir nach dem Einbau unserer Fenster genug von dieser Karosserie Arbeit hatten und es lieber einem Profi überlassen wollten, der das deutlich schneller und besser hinbekommt.

Anschließend haben wir die Wandverkleidung neu gemacht, sodass wir tiefere Ausschnitte für Kopf und Füße haben. Felix kann nun ganz bequem über die komplette Bettbreite liegen. Es hat sich also wirklich gelohnt, diesen Schritt doch noch zu gehen. Die letzten Arbeiten haben wir leider nicht dokumentiert, weshalb ich keine Bilder zeigen kann. Dafür gibt es aber gleich zwei neue Van Ausbau Vlogs. Eines der Videos zeigt, wie wir die Wandverkleidung ursprünglich verbaut hatten.


Und damit ein fröhliches “Hallo Februar!”.

Lena

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Gedanken

Will ich zu viel? Ich habe nie nur einen Traum. Ich habe viele…

Ich möchte ein Outdoor Girly sein, verbringe aber ehrlicherweise viel Zeit hinter Screens und meine Salomon Schuhe sehen mehr betonierte Straßen als Trails. Ich möchte eine Lifestyle Fotografin sein, habe aber Angst, dadurch die Leidenschaft zur Fotografie zu verlieren. Ich möchte ein erfolgreiches Design Studio aufbauen, aber trotzdem noch genug Zeit für andere Hobbies haben. Ich möchte reisen und im Van leben, aber dennoch einen Ort zum Zurückkehren haben. Ich möchte eine Katze, bin aber viel zu unentschlossen, um so eine große Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Ich möchte YouTube Videos veröffentlichen, habe aber Angst vor der Kommentarspalte oder den Meinungen anderer. Ich möchte einfach nur kreieren, lebe aber leider in einer kapitalistischen Welt, in der selbst Kunst wirtschaftlich sein muss.

Gedanken

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