Gedanken

"Ich muss rauuus!" – Ein paar Gedanken über Kreativität und Inspiration.

13.03.2026

/

4 min.

von

Lena Steinke

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"Ich muss rauuus"
Ich fühle dieses Meme.



Dieser „Ich muss raus“-Junge aus dem Meme erinnert mich an mich. Nur dass ich mich früher nie getraut hätte, das durch den Schulbus zu schreien. Ich wäre einfach drei Stationen weiter gefahren, nur um nichts sagen zu müssen.

Ich muss raus. Nicht ins Café oder zum Socializen. ich muss manchmal einfach raus im Sinne von: raus aus dem Kopf, raus aus dem Internet, raus in die Welt. Ganz ohne Ziel. Einfach nur loslaufen. Blind umherwandern, durch die Straßen, am Wasser entlang, über Kopfsteinpflaster und über sandige Wege, durch Pfützen. Vorbei an, mit schwarzen Hundekotbeuteln überquellenden, Mülltonnen. Vorbei an Baustellen, durch Parkanlagen, irgendwo ins Grüne. Ich möchte gar nichts erledigen, sondern etwas finden. Auch wenn ich vorher oft gar nicht weiß, was ich überhaupt suche.

Ich notiere mir unterwegs kleine Dinge, manchmal nur ein paar Worte auf dem Handy oder Gekritzel in einem winzigen Notizbuch.

  • Papiertüte, die über die Straße tanzt

  • Eingewachsenes Fahrrad mit Moos am Lenker

  • Gesprächsfetzen über Waschmaschinenreparaturen

  • Kronkorken halb eingesunken im Beton, wer weiß wie lange schon

  • Rollläden unten, aber ein Licht dahinter, kurzes Flackern in die Welt einer Person, die sich abschottet

  • Quietschen einer Schaukel im Wind, oder war es das Lachen des Kindes, während es immer höher hinaus fliegt

  • Ein Hund, dem die Zunge aus dem Maul hängt, hechelnd hinterhertrottend

Das alles ist erstmal nichts. Nur so kleine Fetzen, kurze aneinander hängende Worte. Ziemlich oft ohne jeglichen Zusammenhang. Die meisten meiner Monthly Recap Texte entstehen genau so. Irgendwo draußen notiert, verloren in Gedanken, während ich einfach nur einen Schritt vor den anderen setze und auf das grüne Licht einer Ampel warte.

Manchmal frage ich mich später, was ich mir dabei überhaupt gedacht habe. Manches macht Sinn, anderes klingt einfach nur interessant, manchmal hilft es mir Wochen später, wenn ich ein neues Projekt beginne oder einen Text schreibe.

Ich glaube nicht an Talent oder Superkräfte. Ich glaube daran, dass man alles lernen kann. Gerade in der Kreativität gehen viele davon aus, dass es Menschen mit einer Gabe und Menschen ohne gibt. Das empfinde ich als absoluten Quatsch. Ich hatte kein Talent, nur einen großen Willen und ein Interesse an visuellen Medien aller Art. In der Grundschule hatte ich eine Note 3 in Kunst und eine Note 1 in Musik. Ich habe immer gesagt, man müsse nicht singen, nur den Mund bewegen und an dieser Täuschung hatte ich scheinbar so viel Spaß, dass es aussah als würde ich für mein Leben gerne singen. Zum Glück bin ich keine Sängerin geworden (ein Glück!) und habe mir damals kreative Täuschungstechniken ausgedacht. Für Kunst habe ich mich schon immer interessiert, ich war nur nie besonders gut darin, also habe ich es mir selbst beigebracht, zunächst die Techniken, denn damit kann man schon sehr gut Kreativität vorgaukeln. Aber auch Kreativität kann man lernen, indem man bewusster beobachtet, Details wahrnimmt und vieles hinterfragt.

Die wenigsten Ideen kommen auf Knopfdruck. So funktioniert das einfach nicht. Kreativität braucht Inspiration und diese braucht Platz. Platz, den ich oft in einer 70m² Wohnung nicht habe…

Deshalb muss ich raus. Raus, um wieder reinzukommen.

"Ich muss rauuus"
Ich fühle dieses Meme.



Dieser „Ich muss raus“-Junge aus dem Meme erinnert mich an mich. Nur dass ich mich früher nie getraut hätte, das durch den Schulbus zu schreien. Ich wäre einfach drei Stationen weiter gefahren, nur um nichts sagen zu müssen.

Ich muss raus. Nicht ins Café oder zum Socializen. ich muss manchmal einfach raus im Sinne von: raus aus dem Kopf, raus aus dem Internet, raus in die Welt. Ganz ohne Ziel. Einfach nur loslaufen. Blind umherwandern, durch die Straßen, am Wasser entlang, über Kopfsteinpflaster und über sandige Wege, durch Pfützen. Vorbei an, mit schwarzen Hundekotbeuteln überquellenden, Mülltonnen. Vorbei an Baustellen, durch Parkanlagen, irgendwo ins Grüne. Ich möchte gar nichts erledigen, sondern etwas finden. Auch wenn ich vorher oft gar nicht weiß, was ich überhaupt suche.

Ich notiere mir unterwegs kleine Dinge, manchmal nur ein paar Worte auf dem Handy oder Gekritzel in einem winzigen Notizbuch.

  • Papiertüte, die über die Straße tanzt

  • Eingewachsenes Fahrrad mit Moos am Lenker

  • Gesprächsfetzen über Waschmaschinenreparaturen

  • Kronkorken halb eingesunken im Beton, wer weiß wie lange schon

  • Rollläden unten, aber ein Licht dahinter, kurzes Flackern in die Welt einer Person, die sich abschottet

  • Quietschen einer Schaukel im Wind, oder war es das Lachen des Kindes, während es immer höher hinaus fliegt

  • Ein Hund, dem die Zunge aus dem Maul hängt, hechelnd hinterhertrottend

Das alles ist erstmal nichts. Nur so kleine Fetzen, kurze aneinander hängende Worte. Ziemlich oft ohne jeglichen Zusammenhang. Die meisten meiner Monthly Recap Texte entstehen genau so. Irgendwo draußen notiert, verloren in Gedanken, während ich einfach nur einen Schritt vor den anderen setze und auf das grüne Licht einer Ampel warte.

Manchmal frage ich mich später, was ich mir dabei überhaupt gedacht habe. Manches macht Sinn, anderes klingt einfach nur interessant, manchmal hilft es mir Wochen später, wenn ich ein neues Projekt beginne oder einen Text schreibe.

Ich glaube nicht an Talent oder Superkräfte. Ich glaube daran, dass man alles lernen kann. Gerade in der Kreativität gehen viele davon aus, dass es Menschen mit einer Gabe und Menschen ohne gibt. Das empfinde ich als absoluten Quatsch. Ich hatte kein Talent, nur einen großen Willen und ein Interesse an visuellen Medien aller Art. In der Grundschule hatte ich eine Note 3 in Kunst und eine Note 1 in Musik. Ich habe immer gesagt, man müsse nicht singen, nur den Mund bewegen und an dieser Täuschung hatte ich scheinbar so viel Spaß, dass es aussah als würde ich für mein Leben gerne singen. Zum Glück bin ich keine Sängerin geworden (ein Glück!) und habe mir damals kreative Täuschungstechniken ausgedacht. Für Kunst habe ich mich schon immer interessiert, ich war nur nie besonders gut darin, also habe ich es mir selbst beigebracht, zunächst die Techniken, denn damit kann man schon sehr gut Kreativität vorgaukeln. Aber auch Kreativität kann man lernen, indem man bewusster beobachtet, Details wahrnimmt und vieles hinterfragt.

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Gedanken

Will ich zu viel? Ich habe nie nur einen Traum. Ich habe viele…

Ich möchte ein Outdoor Girly sein, verbringe aber ehrlicherweise viel Zeit hinter Screens und meine Salomon Schuhe sehen mehr betonierte Straßen als Trails. Ich möchte eine Lifestyle Fotografin sein, habe aber Angst, dadurch die Leidenschaft zur Fotografie zu verlieren. Ich möchte ein erfolgreiches Design Studio aufbauen, aber trotzdem noch genug Zeit für andere Hobbies haben. Ich möchte reisen und im Van leben, aber dennoch einen Ort zum Zurückkehren haben. Ich möchte eine Katze, bin aber viel zu unentschlossen, um so eine große Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Ich möchte YouTube Videos veröffentlichen, habe aber Angst vor der Kommentarspalte oder den Meinungen anderer. Ich möchte einfach nur kreieren, lebe aber leider in einer kapitalistischen Welt, in der selbst Kunst wirtschaftlich sein muss.

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