Monthly Recaps

Monthly Recaps: Oktober 2025

01.11.25

/

7 min.

von

Lena Steinke

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Im Oktober bin ich über Schatten gesprungen und habe mich in die Arbeit gestürzt.

Im Oktober habe ich bei unserem wed&connect Event einen Vortrag über Branding gehalten und mich dann ganz schnell wieder zurückgezogen, um gedankenverloren durch die Natur zu marschieren. Manchmal muss man Dinge tun, nur um realisieren zu können, dass man auch eine andere Richtung einschlagen kann. Ich mag es sehr, Wissen zu vermitteln, meine Gedanken zu teilen und auch neue Menschen kennenzulernen, mit Mikrofon in der Hand und einer zitternden Stimme fällt mir das aber deutlich schwerer als in kleinen Gruppen oder Einzelgesprächen. Vielleicht wird es auch mit Übung besser… vielleicht bin ich aber auch einfach zu introvertiert dafür und kann mich in anderen Formaten besser ausdrücken. Es war aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert und ich bin etwas stolz auf mich, es überhaupt getan zu haben.

Das Chaos in unserem Esszimmer wurde beseitigt, die Leiter versteckt und damit ist auch bei mir Ruhe eingekehrt. Ich habe nun einfach ein Home Studio, das ich hoffentlich bald mal einweihe.



Mir geht es momentan verdammt gut. Vielleicht liegt das an einer neuen Gewohnheit. Seit drei Wochen schreibe ich täglich Journal. Mein Ritual: Kaffee, Ziele verinnerlichen und dann eine Doppelseite Gedanken niederschreiben. So sind sie aus dem Kopf, auf Papier und man merkt viel klarer, was man eigentlich alles schafft.

Das Schreiben ist eine kleine persönliche Befreiung aus meinem Overthinker-Dasein. Zuvor bin ich oft gestresst oder mit pessimistischen Gedanken aufgewacht. Seitdem ich morgens schreibe, ist es weniger geworden und wenn ich doch mal im Blues bin, dann gehts einfach vom Kopf in den Stift, sodass ich alles besser verarbeiten kann.



Und während die Temperaturen sinken und ich mich in dicke Mützen und Mäntel einhülle, haben wir realisiert, dass wir dieses Jahr noch keinen einzigen Urlaub gemacht haben. Wir haben unsere Urlaubstage in den Vanausbau gesteckt und waren dieses Jahr gar nicht im Meer oder See schwimmen. Das ist ein neuer Negativrekord!

Der letzte Urlaub war Marokko über Neujahr und zählt für mich ins letzte Jahr. Zudem war ich während des Marokko Urlaubs krank und konnte es gar nicht genießen. Wir sehnen uns gerade nach Sonne und Wärme und ich habe eigentlich nur den Wunsch ein bisschen im warmen Meer zu sitzen. Also haben wir recht spontan Flüge nach Thailand gebucht und verbringen fast den ganzen Dezember dort. Wir werden den Norden um Chiang Mai und Chiang Dao erkunden, in den Khao Sok National Park fahren und im Meer auf Koh Phangan baden.

Ich freue mich sehr darauf! Und natürlich auch darauf, unserer Freunde wiederzusehen, die sich aktuell ihren Weltreisetraum erfüllen. Das wird gut!


gebaut.

Der Van Ausbau ging weiter, aber wir haben tatsächlich nicht super viel gewerkelt. Wir haben weitere Griffe angebracht, Türen verkleidet, einen Hocker fertig gestellt und einen Ausziehtisch gebaut. Tatsächlich werden wir nun doch noch eine Heckverbreiterung angehen und müssen daher einige To-Dos nach hinten schieben.

Aber Van Ausbau Vlog 05 ist online! In diesem Video tauschen wir die Doppelsitzbank gegen einen Einzelsitz aus. Und im Intro sieht man ganz vielleicht auch schon einen riesigen Sprung in die Zukunft.


gelesen.

The Emperor of Gladness von Oceon Voung

The Emperor of Gladness erzählt die Geschichte von Hai, einem 19-Jährigen Jungen, der nach einem gescheiterten Suizidversuch von einer älteren Frau mit Demenz aufgenommen wird. Zusammen gestalten sie einen neuen Alltag und Hai findet durch einen Job in einem Fast-Food Restaurant eine Art Ersatzfamilie. Jeder Charakter in diesem Buch kämpft mit eigenen Dämonen und es werden wirklich viele Themen angeschnitten.

Ocean Vuong schafft es, Geschichten mit so viel Gefühl und Nachhall zu erzählen. Seine Bücher sind voller Melancholie und Poesie. Ich mag seinen Schreibstil unglaublich gern und kann auch The Emperor of Gladness sehr empfehlen. Wer seinen ersten Roman noch nicht kennt, sollte unbedingt auch On Earth We’re Briefly Gorgeous lesen.

The Old Man and the Sea von Ernest Hemingway

Ein Klassiker. Ich mochte die Farbkombi auf dem Cover und hatte einfach mal wieder Lust, ein dünneres Buch zu lesen. Der Titel erklärt den Inhalt: ein alter Mann, ein riesiger Fisch und viel Meer. Es ist ein dünnes Buch mit wenig Handlung, aber vielen Botschaften. Man kann sehr viel in diese Geschichte hineininterpretieren und es gibt scheinbar auch viele verschiedene Meinungen dazu. Ich glaube die große Botschaft dieser Geschichte zeigt, dass verlieren nicht gleich Scheitern bedeutet. Der alte Mann hält durch und obwohl er alles verliert, bewahrt er seine Würde. Es geht also auch darum, seinen Wert nicht vom Ergebnis abhängig zu machen.

gehört.

Tom Odell – Sounds Like Art - Musée Bourdelle, Paris von ARTE Concert


Tom Odell gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingskünstlern. Man könnte meinen ich bin Hörerin der ersten Stunde, seitdem ich ihn damals über die Burberry Acoustic Kampagne vor über 10 Jahren entdeckt habe. Burberry Acoustic war damals eine so gute Quelle für neue Musik. Leider ist die Playlist von damals nicht mehr verfügbar. Aber danke, Burberry Acoustic für Tom Odell und viele andere tolle Musiker, die meine frühe Indie Phase absolut geprägt haben.

Zurück zu Tom Odell: Ich liebe seine Texte und fühle seine Musik sehr. Diese Konzertdoku von ARTE berührt und gibt den Songs den Raum, den sie verdienen, zwischen Kunst und mit Chor. Unterbrochen werden die Stücke durch kleine Geschichten und Gedanken von Tom Odell, die ich ebenfalls sehr fühle. Dieses ARTE Video läuft bei mir in Dauerschleife. Ich habe es sogar auf dem iPhone und höre es beim Spazierengehen.


“I would very much like to see a gentler world, a world with more compassion and more warmth. A world where not so many people are afraid of being different, being unique.”

Tom Odell


Pro Tipp: es wirkt noch besser, wenn man durch Sturm und Regen geht und den Track Wonderful Life in dieser ARTE Version auf voller Lautstärke hört.

Im November sehe ich Tom Odell endlich zum ersten Mal live und frage mich ein bisschen, ob ich bei dem Konzert durch die neue “Another Love”-Fanwelle eine der Älteren im Publikum bin. Aber ich freue mich sehr darauf.

gesehen.

Steve – Ein Film auf Netflix von Tim Mielants


Max Porter ist mein Lieblingsautor. Vor zwei Jahren habe ich Grief is the Thing with Feathers entdeckt und war direkt fasziniert von seinem außergewöhnlichen Schreibstil. Danach habe ich Shy und Lanny gelesen und ebenfalls sehr geliebt. Ich glaube, Max Porter ist einer dieser Autoren, deren Stil man entweder liebt oder gar nicht versteht. Sein Stil ist sehr eigen, ausdrucksstark und bildlich, und zwischen den Zeilen findet man oft kleine poetische Perlen.

Das Buch Shy ist besonders intensiv. Man wird direkt in die Welt eines Jungen gezogen, der sich unverstanden fühlt. Die Sprache ist zerrissen, rhythmisch, teils chaotisch. Man spürt seine Wut, seine Rastlosigkeit und seine Liebe zu drum’n’bass, aber auch eine große Zerbrechlichkeit.

Der Charakter Steve spielt im Roman nur eine sehr kleine Nebenfigur. Als Leiter einer Schule für schwer erziehbare Jungen, versucht er alles, um sie wieder auf die richtige Spur zu bringen. Im Netflix Film Steve wurde die Story weitererzählt und die Figur von Steve in den Mittelpunkt gerückt, um auch seine Perspektive zu zeigen. Es wird schnell klar, dass Steve, der so viel für andere gibt, selbst mit inneren Kämpfen zu tun hat.

Der Film ist schnell, spielt innerhalb eines Tages (wie auch das Buch) und man fühlt es einfach. Großartig gespielt und stark inszeniert. Einer der besten Filme, die ich seit langem gesehen habe. Ich hätte ihn sehr gerne im Kino gesehen. Leider lief er hier nirgends, dafür aber eine ganz große Empfehlung auf Netflix.


Introvertiert: Zu leise in einer lauten Welt? | Twist | ARTE


ARTE enttäuscht nie und gibt auch den Leisen eine Stimme. In dieser Doku habe ich mich sehr wiedergefunden, denn: Ich war schon immer eine der Leisen. Schon immer zu schüchtern, zu ruhig und oft übersehen. Das Gefühl, zu leise in einer lauten Welt zu sein, kenne ich also zu gut. Laute Orte überfordern mich, viele Menschen auch, und ich brauche viel Zeit ganz für mich alleine.

Ich sage über mich oft, dass ich eine „leise Person mit einem lauten Kopf“ bin und ich glaube, das trifft auf viele Introvertierte zu. Viele kreative Menschen sind eher ruhig, bringen ihre Gedanken in Form von Bildern, Musik oder Texten aus dem Kopf in die Welt. Das Erschaffen ist das, was uns oft eher zufliegt, das präsentieren und vermarkten ist die große Schwierigkeit. Früher dachte ich, man müsse laut und extrovertiert sein, um als Kreative Person wirklich erfolgreich zu sein. Heute glaube ich, dass man nicht laut sein muss, sondern echt.

Ich möchte gar nicht laut in die Welt hinausschreien, weil es nicht zu mir passt. Man muss als leise Person andere Wege finden und alles dauert etwas länger, aber das ist doch völlig ok. Ich könnte mir niemals ein Leben als extrovertierte Person vorstellen, dafür bin viel zu gerne eine der Leisen.


random empfehlung.

Focus Friend eine App zum fokussierten Arbeiten


Die App Focus Friend nutze ich derzeit sehr gerne, um fokussiert arbeiten zu können. Man kann über die App eine feste Fokuszeit einstellen oder einfach den Timer laufen lassen, sodass er maximal zwei Stunden durchläuft. Während der Fokuszeit werden Apps blockiert, sodass man nicht in der Versuchung gerät, zwischendurch mal durch Instagram zu scrollen oder andere Apps zu nutzen, die einen immer wieder ablenken.

Das witzige an dieser App ist das Design. Man hilft einer kleinen Bohne, Socken zu stricken. Je länger die Fokuszeit läuft, desto mehr Socken entstehen. Und von diesen Socken kann man Interior für die Wohnung der Bohne kaufen. Absolut gamifiziert, sodass Arbeiten plötzlich richtig Spaß macht. Ich bin total drin und empfehle die App aktuell oft weiter.

In diesem Sinne gehe ich nun wieder stricken…

Lena

Im Oktober bin ich über Schatten gesprungen und habe mich in die Arbeit gestürzt.

Im Oktober habe ich bei unserem wed&connect Event einen Vortrag über Branding gehalten und mich dann ganz schnell wieder zurückgezogen, um gedankenverloren durch die Natur zu marschieren. Manchmal muss man Dinge tun, nur um realisieren zu können, dass man auch eine andere Richtung einschlagen kann. Ich mag es sehr, Wissen zu vermitteln, meine Gedanken zu teilen und auch neue Menschen kennenzulernen, mit Mikrofon in der Hand und einer zitternden Stimme fällt mir das aber deutlich schwerer als in kleinen Gruppen oder Einzelgesprächen. Vielleicht wird es auch mit Übung besser… vielleicht bin ich aber auch einfach zu introvertiert dafür und kann mich in anderen Formaten besser ausdrücken. Es war aber auf jeden Fall eine Erfahrung wert und ich bin etwas stolz auf mich, es überhaupt getan zu haben.

Das Chaos in unserem Esszimmer wurde beseitigt, die Leiter versteckt und damit ist auch bei mir Ruhe eingekehrt. Ich habe nun einfach ein Home Studio, das ich hoffentlich bald mal einweihe.



Mir geht es momentan verdammt gut. Vielleicht liegt das an einer neuen Gewohnheit. Seit drei Wochen schreibe ich täglich Journal. Mein Ritual: Kaffee, Ziele verinnerlichen und dann eine Doppelseite Gedanken niederschreiben. So sind sie aus dem Kopf, auf Papier und man merkt viel klarer, was man eigentlich alles schafft.

Das Schreiben ist eine kleine persönliche Befreiung aus meinem Overthinker-Dasein. Zuvor bin ich oft gestresst oder mit pessimistischen Gedanken aufgewacht. Seitdem ich morgens schreibe, ist es weniger geworden und wenn ich doch mal im Blues bin, dann gehts einfach vom Kopf in den Stift, sodass ich alles besser verarbeiten kann.



Und während die Temperaturen sinken und ich mich in dicke Mützen und Mäntel einhülle, haben wir realisiert, dass wir dieses Jahr noch keinen einzigen Urlaub gemacht haben. Wir haben unsere Urlaubstage in den Vanausbau gesteckt und waren dieses Jahr gar nicht im Meer oder See schwimmen. Das ist ein neuer Negativrekord!

Der letzte Urlaub war Marokko über Neujahr und zählt für mich ins letzte Jahr. Zudem war ich während des Marokko Urlaubs krank und konnte es gar nicht genießen. Wir sehnen uns gerade nach Sonne und Wärme und ich habe eigentlich nur den Wunsch ein bisschen im warmen Meer zu sitzen. Also haben wir recht spontan Flüge nach Thailand gebucht und verbringen fast den ganzen Dezember dort. Wir werden den Norden um Chiang Mai und Chiang Dao erkunden, in den Khao Sok National Park fahren und im Meer auf Koh Phangan baden.

Ich freue mich sehr darauf! Und natürlich auch darauf, unserer Freunde wiederzusehen, die sich aktuell ihren Weltreisetraum erfüllen. Das wird gut!


gebaut.

Der Van Ausbau ging weiter, aber wir haben tatsächlich nicht super viel gewerkelt. Wir haben weitere Griffe angebracht, Türen verkleidet, einen Hocker fertig gestellt und einen Ausziehtisch gebaut. Tatsächlich werden wir nun doch noch eine Heckverbreiterung angehen und müssen daher einige To-Dos nach hinten schieben.

Aber Van Ausbau Vlog 05 ist online! In diesem Video tauschen wir die Doppelsitzbank gegen einen Einzelsitz aus. Und im Intro sieht man ganz vielleicht auch schon einen riesigen Sprung in die Zukunft.


gelesen.

The Emperor of Gladness von Oceon Voung

The Emperor of Gladness erzählt die Geschichte von Hai, einem 19-Jährigen Jungen, der nach einem gescheiterten Suizidversuch von einer älteren Frau mit Demenz aufgenommen wird. Zusammen gestalten sie einen neuen Alltag und Hai findet durch einen Job in einem Fast-Food Restaurant eine Art Ersatzfamilie. Jeder Charakter in diesem Buch kämpft mit eigenen Dämonen und es werden wirklich viele Themen angeschnitten.

Ocean Vuong schafft es, Geschichten mit so viel Gefühl und Nachhall zu erzählen. Seine Bücher sind voller Melancholie und Poesie. Ich mag seinen Schreibstil unglaublich gern und kann auch The Emperor of Gladness sehr empfehlen. Wer seinen ersten Roman noch nicht kennt, sollte unbedingt auch On Earth We’re Briefly Gorgeous lesen.

The Old Man and the Sea von Ernest Hemingway

Ein Klassiker. Ich mochte die Farbkombi auf dem Cover und hatte einfach mal wieder Lust, ein dünneres Buch zu lesen. Der Titel erklärt den Inhalt: ein alter Mann, ein riesiger Fisch und viel Meer. Es ist ein dünnes Buch mit wenig Handlung, aber vielen Botschaften. Man kann sehr viel in diese Geschichte hineininterpretieren und es gibt scheinbar auch viele verschiedene Meinungen dazu. Ich glaube die große Botschaft dieser Geschichte zeigt, dass verlieren nicht gleich Scheitern bedeutet. Der alte Mann hält durch und obwohl er alles verliert, bewahrt er seine Würde. Es geht also auch darum, seinen Wert nicht vom Ergebnis abhängig zu machen.

gehört.

Tom Odell – Sounds Like Art - Musée Bourdelle, Paris von ARTE Concert


Tom Odell gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingskünstlern. Man könnte meinen ich bin Hörerin der ersten Stunde, seitdem ich ihn damals über die Burberry Acoustic Kampagne vor über 10 Jahren entdeckt habe. Burberry Acoustic war damals eine so gute Quelle für neue Musik. Leider ist die Playlist von damals nicht mehr verfügbar. Aber danke, Burberry Acoustic für Tom Odell und viele andere tolle Musiker, die meine frühe Indie Phase absolut geprägt haben.

Zurück zu Tom Odell: Ich liebe seine Texte und fühle seine Musik sehr. Diese Konzertdoku von ARTE berührt und gibt den Songs den Raum, den sie verdienen, zwischen Kunst und mit Chor. Unterbrochen werden die Stücke durch kleine Geschichten und Gedanken von Tom Odell, die ich ebenfalls sehr fühle. Dieses ARTE Video läuft bei mir in Dauerschleife. Ich habe es sogar auf dem iPhone und höre es beim Spazierengehen.


“I would very much like to see a gentler world, a world with more compassion and more warmth. A world where not so many people are afraid of being different, being unique.”

Tom Odell


Pro Tipp: es wirkt noch besser, wenn man durch Sturm und Regen geht und den Track Wonderful Life in dieser ARTE Version auf voller Lautstärke hört.

Im November sehe ich Tom Odell endlich zum ersten Mal live und frage mich ein bisschen, ob ich bei dem Konzert durch die neue “Another Love”-Fanwelle eine der Älteren im Publikum bin. Aber ich freue mich sehr darauf.

gesehen.

Steve – Ein Film auf Netflix von Tim Mielants


Max Porter ist mein Lieblingsautor. Vor zwei Jahren habe ich Grief is the Thing with Feathers entdeckt und war direkt fasziniert von seinem außergewöhnlichen Schreibstil. Danach habe ich Shy und Lanny gelesen und ebenfalls sehr geliebt. Ich glaube, Max Porter ist einer dieser Autoren, deren Stil man entweder liebt oder gar nicht versteht. Sein Stil ist sehr eigen, ausdrucksstark und bildlich, und zwischen den Zeilen findet man oft kleine poetische Perlen.

Das Buch Shy ist besonders intensiv. Man wird direkt in die Welt eines Jungen gezogen, der sich unverstanden fühlt. Die Sprache ist zerrissen, rhythmisch, teils chaotisch. Man spürt seine Wut, seine Rastlosigkeit und seine Liebe zu drum’n’bass, aber auch eine große Zerbrechlichkeit.

Der Charakter Steve spielt im Roman nur eine sehr kleine Nebenfigur. Als Leiter einer Schule für schwer erziehbare Jungen, versucht er alles, um sie wieder auf die richtige Spur zu bringen. Im Netflix Film Steve wurde die Story weitererzählt und die Figur von Steve in den Mittelpunkt gerückt, um auch seine Perspektive zu zeigen. Es wird schnell klar, dass Steve, der so viel für andere gibt, selbst mit inneren Kämpfen zu tun hat.

Der Film ist schnell, spielt innerhalb eines Tages (wie auch das Buch) und man fühlt es einfach. Großartig gespielt und stark inszeniert. Einer der besten Filme, die ich seit langem gesehen habe. Ich hätte ihn sehr gerne im Kino gesehen. Leider lief er hier nirgends, dafür aber eine ganz große Empfehlung auf Netflix.


Introvertiert: Zu leise in einer lauten Welt? | Twist | ARTE


ARTE enttäuscht nie und gibt auch den Leisen eine Stimme. In dieser Doku habe ich mich sehr wiedergefunden, denn: Ich war schon immer eine der Leisen. Schon immer zu schüchtern, zu ruhig und oft übersehen. Das Gefühl, zu leise in einer lauten Welt zu sein, kenne ich also zu gut. Laute Orte überfordern mich, viele Menschen auch, und ich brauche viel Zeit ganz für mich alleine.

Ich sage über mich oft, dass ich eine „leise Person mit einem lauten Kopf“ bin und ich glaube, das trifft auf viele Introvertierte zu. Viele kreative Menschen sind eher ruhig, bringen ihre Gedanken in Form von Bildern, Musik oder Texten aus dem Kopf in die Welt. Das Erschaffen ist das, was uns oft eher zufliegt, das präsentieren und vermarkten ist die große Schwierigkeit. Früher dachte ich, man müsse laut und extrovertiert sein, um als Kreative Person wirklich erfolgreich zu sein. Heute glaube ich, dass man nicht laut sein muss, sondern echt.

Ich möchte gar nicht laut in die Welt hinausschreien, weil es nicht zu mir passt. Man muss als leise Person andere Wege finden und alles dauert etwas länger, aber das ist doch völlig ok. Ich könnte mir niemals ein Leben als extrovertierte Person vorstellen, dafür bin viel zu gerne eine der Leisen.


random empfehlung.

Focus Friend eine App zum fokussierten Arbeiten


Die App Focus Friend nutze ich derzeit sehr gerne, um fokussiert arbeiten zu können. Man kann über die App eine feste Fokuszeit einstellen oder einfach den Timer laufen lassen, sodass er maximal zwei Stunden durchläuft. Während der Fokuszeit werden Apps blockiert, sodass man nicht in der Versuchung gerät, zwischendurch mal durch Instagram zu scrollen oder andere Apps zu nutzen, die einen immer wieder ablenken.

Das witzige an dieser App ist das Design. Man hilft einer kleinen Bohne, Socken zu stricken. Je länger die Fokuszeit läuft, desto mehr Socken entstehen. Und von diesen Socken kann man Interior für die Wohnung der Bohne kaufen. Absolut gamifiziert, sodass Arbeiten plötzlich richtig Spaß macht. Ich bin total drin und empfehle die App aktuell oft weiter.

In diesem Sinne gehe ich nun wieder stricken…

Lena

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