Oh hai
31.12.2018

Island Tag 11 – Golden Circle

Þingvellir – Geysir – Gullfoss – Reykjadalur

An unserem letzten Tag in Island erkundeten wir den Golden Circle mit dem Þingvellir Nationalpark, dem Geysir Strokkur und dem Wasserfall Gullfoss. Im heißen Fluss im Reykjadalur-Tal ließen wir den Urlaub ausklingen.


Unser letzter Tag in Island brach an und wir überlegten was wir an diesem Tag noch anstellen sollten. Zuerst wollten wir den Tag in Reykjavík ausklingen lassen, ein wenig durch die Straßen bummeln und die Hallgrímskirkja anschauen. Dann wurde uns aber am Vorabend von mehreren Leuten doch eine Golden Circle Tour empfohlen. Sehr touristisch, aber durchaus sehenswert.

Wir entschließen uns also zu Reykjavík komplett außer Acht zu lassen, da es dort laut Aussagen Vieler angeblich sowieso nicht so viel zu sehen gibt und begaben uns stattdessen auf die Touristenroute des Golden Circles. Diese führte uns zunächst zum Nationalpark Þingvellir und dem Startpunkt für eine kleine Wanderung durch die Almannagjá-Schlucht. Da der Parkplatz jedoch komplett überfüllt war, blieb uns nichts anderes übrig, als weiter zu fahren.

Nach einer kurzen Fahrt hielten wir an einem deutlich kleineren und weniger überfüllten Parkplatz und wanderten zum Öxaráfoss Wasserfall. Diesen kann man auch von dem großen Parkplatz aus erreichen. Der Wasserfall an sich ist nicht besonders imposant, steht aber an einer bedeutenden Stelle.

Þingvellir liegt mitten in einer Grabenbruchzone, also genau zwischen zwei Kontinentalplatten, der eurasischen und der nordamerikanischen. Diese Kontinentalplatten entfernen sich pro Jahr etwa 1cm voneinder, sodass die Schlucht von Jahr zu Jahr breiter wird.

Auch historisch ist Þingvellir ein bedeutender Ort, da hier im Jahre 930 nach Christus Islands historisches demokratisches Parlament "Alþingi" gegründet wurde. Alþingi geht bis ins Jahr 930 zurück und ist damit das älteste bestehende Parlament der Welt. Treffen wurden damals in der Almannagjá-Schlucht abgehalten. Um alle Teilnehmer mit genügend Wasser zu versorgen wurde der Fluss Öxará umgeleitet, sodass der Wasserfall Öxaráfoss entstand. Dieser fällt direkt in die Kontinentalspalte herab.

Der Wasserfall ist schön, aber nicht beeindruckend, wenn man schon andere, deutlich imposantere Wasserfälle gesehen hat. Eine Tour entlang des Golden Circles ist vermutlich eher etwas für den Start einer Island Reise.

Nach einer kurzen Besichtigung kamen wir pitschnass vom Regen wieder beim Auto an und fuhren weiter.



Der nächste Stopp führte uns zum Geysir Strokkur im Heißquellengebiet Haukadalur. Dieser bricht in regelmäßigen Abständen aus und begeistert Zuschauer aus aller Welt. Kurz bevor der Strokkur ausbricht, bildet sich eine Wasserglocke, die nach ein paar wenigen Sekunden in eine Eruption übergeht. Dann schieß das Wasser säulenartig etwa 20 m in die Höhe. Nach ein paar Sekunden ist alles vorbei und das warten geht von vorne los. Den Ausbruch eines Geysirs zu sehen ist in der Tat beeindruckend. Die ganzen wartenden Touristen zu beobachten ist aber auch sehr unterhaltsam.

Keine 10km entfernt vom Geothermalgebiet befindet sich der Wasserfall Islands, der wohl am häufigsten besucht wird, der Gullfoss.

Kaum stiegen wir aus dem Auto regnete es auch schon wieder. Wir gingen direkt zum Wasserfall hinunter. Auf dem Weg dort hin kamen uns jedoch schon so viele Menschen entgegen, dass uns ziemlich die Lust verging. Man merkt auf jeden Fall sofort, dass man sich bei einer Attraktion des Golden Circles befindet.

Riesige Reisebusse parken neben einem, wenn man überhaupt Glück hatte einen Parkplatz zu ergattern und kaum ist man am Wasserfall muss man den Selfiesticks ausweichen. Der Gullfoss hinterließ bei uns nicht den besten eindruck, obwohl es ein durchaus schöner und besonderer Wasserfall ist, hat uns die Masse an Menschen hier ziemlich gestört.



Etwas enttäuscht vom bisherigen Tag, wollten wir den Urlaub mit einer kleinen Portion Entspannung abschließen. Wir fuhren etwa 80km und erreichten nach etwa einer Stunde Fahrt den Parkplatz beim Reykjadalur-Tal. Der Name Reykjadalur setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: “reykja”, bedeutet Rauch, und “dalur”, bedeutet Tal. Man kann sich somit schon denken, was es in diesem Tal zu bestaunen gibt. Doch die aus dem Tal aufsteigenden Dampfschwaden sind noch nicht alles. Durch das Tal fließt der Fluß Reykjadalsá, der durch heiße Quellen gespeist und auf etwa 40°C erhitzt wird – der perfekte Hot Pool bzw. River also.

Die Wanderung vom Parkplatz bis zur Badestelle beim Fluss dauert etwa 45 Minuten und führt uns ca. 4km steil berauf und steil herab, vorbei an tollen Wasserfällen und dampfenden, brodelnden Quellen.

Nach einiger Zeit kann man über das rauchende Tal blicken und entdeckt den dampfenden Fluss. Es sind Holzbohlen ausgelegt und Holztrennwände für etwas mehr Privatsphäre beim Umziehen aufgestellt. Es waren schon einige Menschen dort, da es aber sehr viel Platz zum baden gibt, hat man nicht das Gefühl, dass es zu eng dort ist. Wir suchten uns einen guten Platz, stiegen in das warme Wasser und waren rundum glücklich. Ein besonderes Erlebnis wurde es, als es urplötzlich anfing zu hageln. Für einen Hagelschauer hätte es definitiv keinen besseren Ort gegeben.

Wir blieben eine ganze Weile dort und genossen die letzten paar Stunden in Island. Auf der Wanderung zum Auto regnete es dann immer mal wieder. Ich war einfach nur glücklich über die Zeit in Island und traurig zugleich. Darüber, dass es am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland gehen sollte.

Abends brachten wir unseren Mietwagen wieder zurück und übernachteten in der vorher gebuchten Unterkunft in der Nähe des Flughafens. Mit uns waren noch ein paar deutsche Touristen dort untergebracht, mit denen wir uns am nächsten Tag das Taxi zum Flughafen teilen konnten. Mitten in der Nacht standen wir auf, um den ersten Flieger gegen 7 Uhr morgens nach Hamburg zu nehmen.

Das war er also, unser Urlaub in Island. Es war kalt, es war regnerisch, es war stürmisch, es war rau, naturbelassen und unglaublich schön! Das war vielleicht mein erster Urlaub in diesem Land, aber garantiert nicht der letzte! Island, wir sehen uns wieder. Das nächste mal dann im Winter mit einer Gletschertour und Nordlichtern. Wann auch immer es sein wird, ich freue mich jetzt schon drauf.