Oh hai
12.12.2018

Island Tag 05 – Ostisland

Stokksnes und Mjóifjörður

Mystisch, rau und wunderschön: Stokksnes und Mjóifjörður im Osten Islands verzaubern durch unberührten Charme. 


Am Sonntagmorgen statteten wir der Landzunge Stokksnes einen Besuch ab. Wir fuhren etwa 15 km vom Campingplatz bis zu einem kleinen Café. Dort mussten wir 800 ISK bezahlen, um durch eine Schranke weiter zum Strand fahren zu können. Umgerechnet 5,70€ erscheinen auf den ersten Blick recht viel, um sich in Island eine schöne Landschaft anzusehen. Da man aber privates Land betritt und sich dieser Abstecher (besonders für Fotografen) wirklich lohnt, fand ich die Gebühr noch ok. Es gibt zudem noch ein Wikingerdorf zu bestaunen, das als Filmset aufgebaut wurde, der Film jedoch nie abgeschlossen wurde.

Wir fuhren durch die Schranke, parkten und erkundeten Stokksnes. Hier wirkt alles so rau, so unberührt, irgendwie mystisch. Wir kletterten über Felsen, entdeckten eine Robbe im Wasser und konnten die Blicke gar nicht von dem Berg Klifatindur lassen, dessen Felsspitze, das Vestrahorn, sich majestätisch in den Vordergrund drängte. Gepaart mit zahlreichen Dünen und dem feinen schwarzen Sandstrand ist dieser Ort wahrlich etwas besonderes. Noch schöner muss dieser Ort sein, wenn sich der erste Schnee auf die Bergspitzen legt. Gerne würde ich Stokksnes irgendwann noch einmal im Winter besuchen.



Danach ging es für uns erst mal weiter in den Nordosten Islands. Die Straße schlängelte sich an der Küste entlang. Der ständige Wechsel aus Regen und Sonne und die tolle Landschaft um uns herum ließ uns trotz der vielen Fahrerei nicht müde werden. Dennoch nahmen wir die Abkürzung über den Öxi Pass, eine Straße mit der Nummer 939, die uns über eine ziemlich wilde Gravelroad quer durch die Berge führte. Diese Nebenstraße ist recht holprig und kurvenreich. Es ging teilweise steil bergauf und ebenso steil wieder herunter. Dafür wird man mit einem weiteren tollen Wasserfall auf der Strecke belohnt.

Wir hielten kurz am Folaldafoss an und machten ein paar Bilder. Auch nutzten wir diesen Halt gleich für eine kurze Pause, aßen etwas und wärmten uns mit Tee auf. Die Thermoskanne war eine super Investition und lohnte sich in Island allemal. Sie war überall dabei. Als wir wieder auf die Ringstraße abbogen, fuhren wir weiter bis nach Egilsstaðir, wo wir noch schnell einkauften, bevor wir zum Mjóifjörður Fjord fuhren.



Die Straße bis zum kleinen Ort Brekka am Mjóifjörður Fjord ist eine Sackgasse, die man nur von einer Seite befahren kann. 40 Kilometer fährt man von Egilsstaðir bis nach Brekka, wovon etwa 30 Kilometer über eine Gravelroad quer durch die Berge und dann am Fjord entlang führt. Unterwegs wurde es plötzlich so neblig, dass man kaum noch etwas sehen konnte und wir noch genauer auf Schafe achten mussten. Als der höchste Punkt erreicht war, konnten wir gar nicht so ganz fassen, was wir dort vor uns sahen. Wir blickten auf eine unglaubliche, schmale Fjordlandschaft, die gesäumt von wolkenverhangenen Bergen und Wasserfällen war. Die Straße führte in wilden Serpentinen wieder runter in das Tal.

Auf unserem Weg nach unten kamen wir noch an einem weiteren Wasserfall vorbei, dem Klifbrekku Wasserfall. Dieser fällt über mehrere Etappen und liegt direkt an der Straße. Man weiß gar nicht wo man hingucken soll: auf den Wasserfall oder die wahnsinnige Landschaft vor einem.

Abends kamen wir an unserem Übernachtungsplatz für die Nacht in Brekka an. Wir wollten eigentlich beim Sólbrekka Guesthouse auf einem Campingspot übernachten. Aufgrund der Kälte und des geringen Preises für ein Zimmer in der Pension überlegten wir es uns dann doch anders. Wir kochten und waren ganz froh, endlich mal eine warme Nacht in einem richtigen Bett verbringen zu können.