Oh hai
20.11.2018

Island Tag 02 – Þórsmörk

Seljalandsfoss – Skógafoss

Das isländische Hochland ist definitiv ein Besuch wert und sollte im Sommer bei keiner Islandreise fehlen. Wir nahmen an unserem zweiten Tag den Hochlandbus und gingen auf eine Tageswanderung.


Nach einer eisig kalten Nacht am Seljalandsfoss mussten wir sehr früh aufstehen. Wir hatten bereits im Vorfeld Tickets für den Hochlandbus zu den Volcano Huts gebucht. Dieser fuhr schon um 8 Uhr ab Hvolsvöllur ab. Zu dieser frühen Uhrzeit war der Bus noch halbwegs bezahlbar und kostete nur 150€ hin- und zurück. Ein Schnäppchen im Gegensatz zu dem für 295€ um 9.30 Uhr! Man muss dazu sagen, dass es sich dabei nur um eine Fahrt von etwa 1,5 Stunden handelt. Eigentlich ist es eine normale Bustour, nur muss der Bus teilweise durch kleinere Flüsse fahren. Dies wollten wir unserem Mietwagen nicht antun. Wir hätten zwar F-Roads fahren dürfen, wollten aber nichts riskieren, da uns gesagt wurde, dass man in Island nicht gegen Unterboden und Wasserschöden versichern kann. Und genau diese Schäden könnte man dem Auto zuführen, wenn man das Hochland unsicher macht.

Um 9.30 Uhr erreichten wir Volcano Huts. Dies ist ein spezielles Resort zum Campen. Sehr schön gelegen aber auch sehr teuer. Hier gibt es auch ein Café, wo wir uns vor der Wanderung noch kurz mit einem Kaffee stärkten und nach einer guten Wanderroute fragten. Wir entschieden uns für den Tindfjöll Circle und marschierten los. Leider verliefen wir uns recht schnell, weil wir die Beschilderung recht irreführend fanden.

Zuerst landeten wir auf einem Weg mit blauer Beschilderung und kamen nach einer kleinen runge genau beim Campingplatz wieder raus. Also starteten wir nochmals und es ging scheinbar kilometerweit erneut in die falsche Richtung. Irgendwann kamen wir in einem Flussbett an. Hier befanden sich immerhin Menschen, nur leider hatten die Wanderer alle unglaublich viel Trekkinggepäck dabei und waren scheinbar schon längere Zeit unterwegs. Nach etwas längerer Suche nach dem orangefarbenen oder roten Beschilderungen landeten wir schließlich auf dem richtigen Weg. Zwischendurch durchquerten wir noch den Campingplatz Basar.

Als wir danach den orangefarbenen Pfeilen folgten, ging der Weg steil bergauf. Es ging immer höher und wir kletterten irgendwann zwischen engen Felsspalten hinauf und liefen unbefestigte Wege direkt am Angrund entlang. Diese Wanderung wäre mit Sneakern wie in Madeira sicher nicht möglich gewesen.

Nach mehreren Kilometern erreichten wir den höchsten Punkt und genossen eine wunderbare Aussicht. Zwischendurch regnete es immer mal wieder, aber das ist in Island ja normal. Ungünstig war der Regen jedoch, weil die Wege immer matschiger und dadurch noch schwerer passierbar wurden.

Zwischendurch schlitterten wir immer mal wieder die Hänge herab. Der Abstieg erschien und ewig und wir waren heilfroh nach etwa 22 Kilometern endlich wieder Volcano Huts zu erreichen. Von dort startete der Hochlandbus wieder in Richtung Hvolsvöllur. Wir schafften sogar gerade noch den Bus um 17.50 Uhr und mussten so nicht noch 2 Stunden warten. Der Busfahrer fragte uns sogar nett, ob wir noch mitfahren wollten. Wir fragten verunsichert, ob es ok sei, da wir ja eigentlich erst den späteren Bus gebucht hätten. Aber das ging alles problemlos. Im Bus wurde uns bewusst, wie müde wir von unserer 8-stündigen Wandertour waren. 



Abends fuhren wir noch zum nächsten Campingplatz direkt beim Skógafoss Wasserfall. Der Skógafoss ist noch gewaltiger, als er einem auf Fotos erscheint. Diese Wassermassen, die dort herunter peitschen sind wirklich beeindruckend. Wir wurden pitschnass, obwohl wir noch in einem recht großen Abstand zum Wasserfall standen. Gut war, dass abends kaum noch Menschen beim Skógafoss waren. So konnten wir noch ein paar Fotos schießen. Dann, als wir wieder trockene Kleidung anhatten, bauten wir das Dachzelt auf und kochten. Der Campingplatz selbst war sehr einfach und lebt von dem Wasserfall. Es ist schön abends diesen noch vom Zelt aus sehen und hören zu können. Dafür bezahlt man auch. Es gibt wenige Toiletten und nur 2 Duschen. Kochmöglichkeiten sind nicht vorhanden, weshalb wir hinter dem Auto kauernd mit unserem mickrigen Gaskocher das Essen zubereiteten. Dann ging es für eine weitere eiskalte Nacht in das Dachzelt.